Bericht zur Tour
Autor
Duri Deflorin
Erstellt am
26.07.2026 11:26
Letzte Änderung
26.07.2026 11:31
Tourenbericht

Das war sie also – die erste Tour von Jana als Tourenleiterin. Gleich vorweg: Sie hat das ausgezeichnet gemacht.

Wegen der Wetterprognose startet Jana am Dienstagabend eine Umfrage, ob wir bereits am Freitagmittag Zeit hätten. So könnten wir das Vrenelisgärtli am Samstag statt wie ursprünglich geplant am Sonntag besteigen. Als Alternative schlägt sie eine Bergwanderung am Samstag und optional ein Kletterhallentag am Sonntag vor. Wir entscheiden uns jedoch alle für die Variante Freitag/Samstag Vrenelisgärtli. «Wir» – das sind Sabine, Joy, Fredi, Duri und Roman, der uns als zweiter Seilführer begleitet.

Am Freitagmittag treffen wir uns um 12:43 Uhr im Zürcher Hauptbahnhof und fahren Richtung Ziegerschlitz. In Glarus steigen wir ins Postauto zum Klöntalersee um. Im Vorderauen wartet bereits das Alpentaxi. In Klöntal Plätz stösst Fredi zu uns – nun sind wir komplett. Nach der Schranke der Alpstrasse geht es steil bergauf, und wir sind froh, dass wir diesen Abschnitt nicht zu Fuss bewältigen müssen. In Chäsern ist Endstation. Von hier sind es rund zwei Stunden bis zur Glärnischhütte, wir benötigen eine Stunde und zwanzig Minuten. Zur Belohnung gibt es ein erfrischendes Getränk, und alle dürfen Musen spielen. Nach und nach erinnern wir uns alle, dieses Spiel in einem früheren Leben auch schon gespielt zu haben. Bald ist Zeit für den Znacht. Danach geniessen wir die Aussicht und gehen früh schlafen.

Früh heisst es auch aufstehen. Zmorge ist um 4:30 Uhr. Da es im Zimmer trotz offenem Fenster sehr warm war, hat niemand das Bedürfnis, länger liegen zu bleiben. Nach einem feinen Zmorge stehen wir noch vor 5:30 Uhr startbereit vor der Hütte. Über die Steilstufe gelangen wir in etwa einer Stunde zum Gletscher. Kurze Pause, anseilen, Steigeisen anziehen – und los geht’s. In einer Frauen- und einer Männerseilschaft überqueren wir den Glärnischfiren. Auf etwas über 2700 m ü. M. wird dieser durch ein Felsband unterbrochen. Wir seilen ab und ziehen die Steigeisen aus. Weiter geht es über Felsen und ein kurzes Schneefeld zum Punkt 2830.

Nun folgt eine rund 30 Meter lange Kletterpassage hinunter auf den Grad zum Vreneli. Um Stau zu vermeiden, gibt es eine Kette für den Abstieg und eine für den Aufstieg. Noch niemand ist auf dem Rückweg, so nutzen wir beide parallel. Jana und Roman sichern uns zusätzlich von oben. Auf dem Grat geht es am kurzen Seil weiter – zuerst flach, später etwas kraxelig. Wie geplant, erreichen wir den Gipfel des Vrenelisgärtli um 9 Uhr. Wir essen, geniessen die Aussicht und machen einige Gipfelfotos.

Nach etwa einer halben Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Unterwegs – solange das Handy noch Empfang hat – bestellt Jana das Alpentaxi für 14:30 Uhr ab Chäsern. Um 12:40 Uhr sind wir zurück in der Glärnischhütte. Wir packen unser zurückgelassenes Gepäck, wechseln in kurze Hosen und gönnen uns auf der Sonnenterrasse eine Erfrischung, ein Stück Kuchen oder eine Spätzlipanne. Um 13:20 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Chäsern, wo das Alpentaxi bei unserer Ankunft – eine richtige Punktlandung – bereits wartet.

In Vorauen beschliessen wir, uns eine Abkühlung im Klöntalersee zu gönnen und die Heimreise erste eine Stunde später fortzusetzen. Im ÖV geniessen wir ein Bier oder Panaché sowie ein Stück Bündner Nusstorte. Nebenbei wird der Tourenbericht ins Handy gesprochen. So endet unsere Tour aufs Vrenelisgärtli – mit einer super Gruppe.

Vielen Dank, Jana, für die hervorragende Organisation und Führung. Wir kommen sehr gerne wieder einmal mit dir mit.