Bericht zur Tour
Autor
Esther Knabenhans
Erstellt am
27.08.2026 16:02
Letzte Änderung
27.08.2026 16:10
Tourenbericht

Teilnehmende: Steffi Hänseler, Sabine Ledergerber, Lars Jäger, Peter Homberger, Duri Deflorin

Geplant war, drei Tage in den Klettergärten rund um das Hotel Steingletscher zu klettern. Wie letztes Jahr machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Just auf unsere drei Klettertage brach das Wetter ein und bescherte uns eine labile Wettersituation. Deshalb suchte ich nach einer Alternative. Diese fand ich im Jura und das hat sich bewährt. Da am Freitag in der ganzen Schweiz nichts zu klettern war, nutzten wir aber den Freitagabend für die Anreise ins Refuge des sommêtres. Mit all dem Gepäck und den Wassersäcken haben wir eine Taxi-Abkürzung genommen und mussten so nur noch 15 min. laufen. Das Refuge ist ein Kletterhüttli mit 7 Matratzen, die hochgelagert über dem einzigen Innenraum liegen. Reservieren ist nicht möglich, deshalb ist frühzeitiges "besetzen" mit Schlafsäcken die einzige Lösung um sicher Platz zu haben.
Kaum waren wir angekommen ist ein Gewitter über uns hereingebrochen und es regnete lange und stark. Zu sechst ist es ideal Dog zu spielen und wir nutzen das vorhandene Spiel für einen gemütlichen Abend. Wir hatten die Hütte für uns.
Hier oben hat es - wenn es geregnet hat - Regenwasser zum abkochen, abwaschen und auch um die Toilette etwas zu spülen. Das übrige Wasser ist hochzutragen. Der Gang aufs WC ist ein spektakulärer Balkon über dem Abgrund mit prima Aussicht.
Nach einer ruhigen Nacht erwachte wir mit Sonne, nur um später nochmals einen Regenguss über uns ergehen zu lassen. Entspannt tranken wir einen zweiten Kaffee und machten uns dann schlussendlich um 9.30 Uhr auf, um die lange Arête südseitig am Wandfuss auf Trampelpfaden zu umgehen, um zum Einstieg zu gelangen. Dieser ist nordwärts gerichtet und war noch feucht, aber wir hofften nicht vergebens, dass oben auf der Krete alles schon kletterbar abgetrocknet ist. Der Grat sieht in der Landkarte aus wie ein Rückgrat und er geht auf einer Länge von 1200 m und hat eine Höhendistanz von 200hm bis zum Gipfelkreuz; bergauf und bergab, meist im 2./3. Grad, manchmal Gehgelände, einzelne exponierte Stellen aber immer gut mit Bergschuhen zu klettern.
Mit 3 Seilschaften ist das Vorwärtskommen auch immer wieder mit Wartepausen durchzogen, weshalb wir schlussendlich nach 9 Stunden auf dem Gipfel ankamen. Die ersten haben den Tibaherd eingefeuert und bald waren die Spaghetti und die von Sabine selbst gekochte Sauce auf dem Herd. Just zum Sonnenuntergang konnten wir unseren Kohldampf stillen. Plaudernd gingen wir in die Nacht. Drei haben draussen unter dem Sternenhimmel geschlafen (Mätteli sei dank, die wir sicherheitshalber mitnahmen) und machten so Platz für 2 Personen, die dazukamen.
Am andern morgen nahmen wir es wieder gemütlich, packten nach dem Morgenessen, räumten auf und trugen alles mit zu den südseitigen Klettergärten, wo wir uns im 4.- 6. Grad mit Kletterfinken übten (knackige bzw. kräftige Routen warens).
Um 15 Uhr waren wir auf dem Weg nach Le Noirmont, wo wir just den stündlich fahrenden Zug erwischten und in Biel dann noch einen Halt einlegten um ein kühles Getränk zu kaufen.
Dieses Mal danke ich als Tourenleiterin allen, die mitkamen. Es ist nicht selbstverständlich dass eine Gruppe so harmoniert und zusammen schöne entspannte Tage geniessen kann. Es braucht Freude am Zusammensein, das guten Erlebnis über die eigenen Ambitionen zu stellen und einander Vertrauen und Grosszügigkeit entgegenzubringen. Mit Euch kann ich so gut lachen. Merci villmal.