Tourenleitung: Walter Harisberger
Teilnehmer: Kathrin, Stefani, Gabi, Nicole, Käthi, Duri, Urs, Jürg und Werner
Samstag, 26. September 2026
Es ist die „allerletzte Tour“ die Walti ausgeschrieben und geführt hat. Peter Gredig, ein langjähriger Bekannter von Walti, hat ihm eine Führung im Nationalpark zum Abschied geschenkt. So treffen wir Peter in Landquart. Gemeinsam fahren wir nach Zernez. Uns erwartet ein wolkenloser, sonniger Himmel. Peter ist in Zernez aufgewachsen und kennt dadurch die Gegend aus der Hosentasche! So erfahren wir bereits viel Wissenswertes über Zernez auf dem Weg zum Restaurant am Ausgang von Zernez. Hier geniessen wir noch einen Kaffee mit Gipfeli. Gut gelaunt starten wir den Aufstieg zur Chamanna Cluozza. Nach der Brücke über die Spöl steht ein Kühlschrank. Hier kann jeder der noch Platz hat und genügend stark ist, Lebensmittel und Milch aufladen und zur Hütte bringen. So können sie die Helikopterflüge auf ein Minimum beschränken. Wir laden frischen Salat und Gemüse auf. Am Abend geniessen wir dann den frischen Salat! Gemütlich steigen wir nun den Weg hinauf durch den Bergwald Richtung Bellavista P.2039. Unterwegs zeigt uns Peter immer wieder interessante Sachen wie z. B. einen Baumstamm wo der Dreizehenspecht rund um den Stamm kleine Löcher gemacht hat um unter der Rinde Futter zu finden. Beim P.2090 Vallun Padratscha machen wir auf einer kleine Lichtung halt. Hier können wir tief unten im Val Cluozza den Ova da Cluozza wie auch die Hütte sehen. Peter stellt sein Fernrohr auf und zielt auf ein Felsplatte zuhinterst im Tal. Hier kann man Dinosaurier-Fussabdrücke sehen. Weiter geht es dem Hang entlang hoch über dem Ova da Cluozza. Unterwegs sehen wir noch eine Suhlstelle von Hirsch-Stieren. Diese wurde noch vor kurzem aufgesucht. Immer wieder hören wir die Brunftschreie der Stiere und suchen die Hänge ab. Wir können den einen oder anderen Stier ausfindig machen. Wir treffen in der Hütte ein beziehen die Zimmer, stärken uns noch mit Bier, Kaffee oder Kuchen. Wir beobachten Hirsche am Gegenhang. Auch Gemsen können wir sehen. Dann sitzen wir zusammen und Peter und vermittelt uns interessante Details über die Geweihe der Hirschen und Rehe wie auch der Hörner der Steinböcke und Gemsen. Auch über die Fortpflanzung und das überleben im Winter lernen wir viel neues. Ein sehr lehrreicher und interessanter Vortrag. Den Abend lassen wir mit einem reichhaltigen Nachtessen ausklingen bevor wir uns ins Nachlager legen.
Sonntag, 27. September 2026
Ausgeschlafen setzen wir uns an den Frühstückstisch. Gestärkt beginnen wir den Aufstieg zum Murter. Der Weg führt zuerst noch durch Wald. Bald finden wir links und rechts vom Weg nur noch Legföhren bis wir die Waldgrenze erreicht haben. Zuerst geht es noch über felsiges Terrain bevor wir dann auf Bergwiesen treffen. Hier machen wir Halt und suchen die Gegend mit dem Feldstecher ab und entdecken schon bald Gemsen. Auf dem Gegenhang hören und sehen wir noch Hirsche. Weiter geht es bergauf und schon entdecken wir Murmeltiere, junge wie alte. Die Alten sehen sehr gut genährt aus, reif um den Winterschlaf anzutreten. Peter macht uns darauf aufmerksam, dass wir genau schauen sollen ob sie Heu in ihrer Maul zum Bau tragen. Das Heu wird für den Bau, respektive für ein warmes Nest im Winter gesammelt. Es ist das Zeichen, dass sie sich schon bald in den Bau zurückziehen. Wir ziehen weiter und erreichen die Fuorcla Murter P.2545. Hier machen wir eine längere Pause zum einen um was zu essen und zu trinken, zum anderen um die Tiere zu beobachten. Wir sehen Steinböcke die ruhen und Gemsen die am äsen sind. Peter hält immer wieder Ausschau nach Steinadler. In weiter Ferne sehen wir zwei grössere Vögel, können jedoch nicht genau feststellen ob es Steinadler oder Bartgeier sind. Peter erklärt uns welche Eigenschaften die beiden Vögel haben, sei es bei der Fortpflanzung, der Ernährung und übers Revier. Die Sonne brennt vom Himmel, es ist T-Shirt-Wetter auf 2’500 m.ü.M. und dies Ende September. Dann machen wir uns auf den Abstieg nach Plan Praspöl. Wir machen immer wieder Halt um die Hänge abzusuchen ob wir noch mehr Steinböcke, Gemsen oder Hirsche sehen. Plötzlich entdeckt jemand einen grossen Vogel der in unsere Richtung segelt. Als er über unsere Köpfe dahingleitet, erkennen wir den Bartgeier. Peter meint, dass es ein Jungvogel ist. Erfürchtig schauen wir ihm zu wie er wieder davongleitet. Zufrieden setzen wir unseren Abstieg fort. Tief unter uns liegt der Lai da l’Ova Spin. Der Weg führt uns durch Vallun Praspöl wo wir wieder in den Wald eintauchen. Den Schatten nehmen wir gerne an, wird es doch immer wärmer je tiefer wir absteigen. Auf dem Abstieg zeigt uns Peter noch einen schönen, grossen Ameisenhügel und gibt uns viele Informationen über das Leben der Ameisen. Nach einer Pause auf einer Waldlichtung geht es weiter über den Spöl und den Hang hinauf nach Plan Praspöl P3 wo wir auf das Postauto warten. Das erste Postauto ist voll, zeigt aber an, dass gleich ein Entlastungkurs eintreffen wird. Mit diesem geht es nach Zernez und dann mit der Bahn nahtlos bis nach Hause.
Es waren lehrreiche zwei Tage bei besten Wetterverhältnissen mit einem kundigen Parkführer. Im Namen aller Teilnehmer danken wir Peter für seine Führung und Walti für die Organisation. Das war ein würdiger Abschluss für deine lange Zeit als Tourenleiter. Du hast uns immer wieder intressante Touren angeboten und diese auch immer souverän geführt. Du bleibst uns in bester Erinnerung.
Herzlichen Dank Walti.


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