Bericht zur Tour
Autor
corinne strebel schlatter
Erstellt am
06.07.2026 16:33
Letzte Änderung
14.07.2026 9:28
Tourenbericht

Tag 1: Vom Stau-Slalom zum militärischen Gipfeltreffen

Der frühe Vogel fängt den Wurm – daher fuhren Roger und Corinne bereits um 5.50 Uhr los. Zuerst holten sie Duri in Embrach ab, Markus stieg als letzter am HB Zürich dazu. Nun konnte die Reise definitiv starten. Dank dem Stau vor dem Gotthard hatten wir genügend Zeit, uns mental top auf die Tour vorzubereiten.
Dank ausbleibender Gewitterfronten hatten wir aber keinen Zeitstress, als wir gegen 9 Uhr südlich des Furkapasses losmarschieren konnten. Bereits nach ungefähr einer halben Stunde und Postkarten-Aussicht auf den Rhonegletscher hiess es: Klettergurt und Helm an, Seil raus und los gehts!
Dividiert in zwei Seilschaften (Roger & Corinne / Markus & Duri) ging es ab in den Grat. Tourenleiter Roger hatte sich vorgenommen, uns etwas zu bieten:
"Warum den leichten Weg nehmen, wenn es auch den spannenden gibt?" Es wurde gekraxelt, gestaunt und einmal elegant abgeseilt. Pünktlich zur Mittagszeit standen alle glücklich auf dem Gipfel des Klein Furkahorns. Dort trafen wir neben einigen Wanderern auch eine Delegation der Deutschen Bundeswehr, die hier ihre Gebirgsausbildung absolvierte.

Der Abstieg durchs lose Geröll forderte etwas Spürsinn, führte uns aber zielsicher zurück zum VW-Bus und anschliessend zu unserem Nachtquartier im Hotel Tiefenbach. Dort wurden wir fürstlich verpflegt – die Portionengrösse hätte locker gereicht, um ohne weiteren Proviant den gesamten Alpenhauptkamm zu überqueren. Spät abends stiess dann noch Jael zu uns. Sie lieferte den ultimativen Beweis: Nicht nur das Auto verliert im Gotthard-Stau Zeit, auch die SBB kann dank technischer Störungen eine solide Stunde Verspätung generieren.

Tag 2: Das Navigations-Extra und die einsame Überschreitung

Der Tag startete um 05.30 Uhr mit einem reichhaltigen Frühstück, so konnten wir um 6.30 Uhr Richtung Alber-Heim-Hütte losmarschieren. Nun ja, wer gut frühstückt, hat auch Energie für Extratouren. Die Schreiberin dieses Berichts (hüstel...) war noch so von der Kulisse gefesselt, dass sie die richtige Abzweigung glatt übersehen hat. Die logische Konsequenz: Wir stiegen erst mal zu weit ab und dementsprechend wieder hoch. Nach einem entsprechend verlängerten Zustieg erreichten wir nach 2.20 Stunden die Lochberglücke wo es wieder in Hochtourenausrüstung ging. Roger führte die Dreierseilschaft mit Corinne und Jael, während Markus im bewährten Duo mit Duri unterwegs war.

Die Kletterei an der Lochbergüberschreitung war zwar technisch etwas zahmer als am Vortag, aber abwechslungsreich und wiederum landschaftlich ein Traum. Auch heute durfte das Seil beim Abseilen zeigen, was es kann. Der grosse Luxus: Im Gegensatz zum Vortag hatten wir sowohl den Zustieg, den Grat als auch den Gipfel komplett für uns allein! Der Abstieg forderte am oberen Teil nochmals volle Konzentration. Am kurzen Seil und mit maximaler Trittsicherheit meisterten wir die Schlüsselstellen, bevor es über weite Schneefelder, Geröll und durch wunderschöne Bergbäche zurück in die Zivilisation ging. Nach einem wohlverdienten Finisher-Drink im Hotel Tiefenbach traten wir die Heimreise an.

Corinne